Handrehabilitation

Das Wahlmodul „Handrehabilitation" vertieft die Module „Clinical Reasoning" und bietet vorrangig therapeutisch Interessierten aus der Physio- und Ergotherapie einen attraktiven Studienschwerpunkt. Es wird ausschließlich an der Akademie für Handrehabilitation (AfH) in Bad Münder (Außeninstitut der DIPLOMA Hochschule) angeboten und unter Verantwortung und Qualitätssicherung durch die Hochschule als Wahlpflichtmodul „Handrehabilitation", das im Kernkompetenzbereich der AfH liegt, durchgeführt.

Das Modul „Handrehabilitation" beinhaltet die folgenden Veranstaltungen:

  • Anatomie, Physiologie und Diagnostik der Hand
  • Diagnostik und Behandlungstechniken bei Handerkrankungen
  • Therapiemöglichkeiten interdependenter Gelenke mit Handbezug
  • Behandlungsmöglichkeiten systemischer und neurologischer Handerkrankungen

Das Modul besitzt 14 Credit Points (ECTS) des insgesamt 180 Credit Points (ECTS) umfassenden Bachelor-Fernstudienganges „Medizinalfachberufe" und endet mit einer Modulprüfung durch die DIPLOMA Hochschule.

Die Handchirurgie hat sich in den letzten Jahren zu einer etablierten eigenen Disziplin innerhalb der Physio- und Ergotherapie entwickelt. Diese Spezialdisziplin erfordert von den TherapeutInnen eine über das normale berufsschulisch erworbene Wissen hinausgehende profunde Kenntnis der anatomischen und physiologischen Strukturen und Topographien der Medizin. Spezielle Krankheitsbilder und Verletzungsfolgen können in unterschiedlichen Ausprägungsarten an der Hand auftreten, z. B. Karpaltunnelsyndrom, Beuge- und Strecksehnenverletzungen, Synovektomie, Keloide, Hyperthrophien, rheumatoide Arthritis und jegliche Form von Handgelenksfrakturen mit einem breiten Spektrum posttraumatischer Instabilitäten. Diese und viele Krankheitsbilder mehr erfordern eine spezifische Beurteilung bei der Frage, welche Behandlungsverfahren und Methoden bei den jeweiligen PatientInnen angewandt werden sollen.

Aufbauend auf den Kenntnissen der beruflichen Ausbildung der Physio- und ErgotherapeutInnen werden spezielle Behandlungsverfahren und -methoden für das jeweilige Krankheitsbild in der Handtherapie und Handrehabilitation angewandt, z. B. die Begleittherapie diverser manualtherapeutischer Bewegungsverfahren (in sehr enger therapeutischer Zusammenarbeit zwischen TherapeutIn und Arzt/Ärztin), Bau von diversen Schienensystemen und spezifisch auf die Handtherapie ausgelegte manuelle Mobilisations- und Stabilisationstechniken. Der/die Therapeut/in wählt das für den/die Patienten/in optimale Behandlungsverfahren nach kritischer Analyse und Beurteilung aufgrund einer ausführlichen Bewegungsanalyse und eines umfassenden Befundes aus und kann innerhalb der Therapieeinheit Ergänzungen vornehmen. Die Behandlungsergebnisse werden im Laufe der Behandlung an den zuvor gesetzten Behandlungszielen gemessen und gegenüber dem Ursprungsbefund neu bewertet, verglichen und angepasst.

Dieses anspruchsvolle therapeutische Verhalten und Handeln erfordert sowohl eine Wissensvertiefung als auch instrumentelle und systemische Kompetenzen im medizinisch-therapeutischen Bereich. Der eben geschilderten Notwendigkeit wird in der Realität Rechnung getragen, indem man heute in fast jedem Krankenhaus eigens auf die Handchirurgie spezialisierte ChirurgInnen etabliert. Daraus resultiert, dass sowohl in diesen Spezialkliniken als auch in größeren Orten ambulante handchirurgische Praxen entstanden sind. Diese spezialtherapeutischen Einrichtungen arbeiten eng mit Krankenhäusern, UnfallärztInnen, OrthopädInnen, ÄrztInnen für plastische Chirurgie und Rehabilitationskliniken zusammen.

Wie Prof. Dr. med. Towfigh als Leiter des Departments der Handchirurgie, Unfallchirurgie, Mikrochirurgie und plastischen Wiederherstellungschirurgie des St. Barbara-Klinikums in Hamm, zugleich Mitglied der deutschen Gesellschaften für Unfallchirurgie und Handchirurgie und Lehrbeauftragter für Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie der Universität Essen, in mehreren Gesprächen mit der DIPLOMA Hochschule erläutert hat, sieht er dringend Bedarf und die Notwendigkeit, speziell ausgebildete HandtherapeutInnen zukünftig mit akademischen Bachelor-Abschlüssen zu qualifizieren, um einerseits die Therapiequalität zu sichern und andererseits die flächendeckende Versorgung der PatientInnen im handchirurgischen Bereich zu gewährleisten.

Auch zukünftig ist mit einem sehr hohen Bedarf an HandtherapeutInnen zu rechnen, wenn man davon ausgeht, dass allein abertausende Handverletzungen nach Sportunfällen, Arbeitsunfällen, häuslichen Verletzungen und allgemeinen Erkrankungen der Hand einer spezialisierten Handtherapie bedürfen, um so schnell wie möglich in den Arbeitsprozess bzw. die Gesellschaft wieder eingegliedert zu werden. Insgesamt wird das Berufsbild der Physio- und ErgotherapeutInnen Deutschlands durch den Bachelor „Medizinalfachberufe" mit einem Schwerpunkt „Handchirurgie" dem europäischen Standard angeglichen.

Übrigens: „Ehemalige" der Akademie für Handrehabilitation können sich bzgl. einer weiteren Anrechnung der bereits absolvierten AfH-Bausteinreihe auf den Bachelor-Studiengang „Medizinalfachberufe" direkt bei der DIPLOMA Hochschule erkundigen (Tel.: 05722 / 286997 - 32); dort erhalten Sie auch weitere Informationen zum gesamten Studiengang. Bitte beachten Sie, dass - wenn Sie sich für eine Vertiefung des Bachelor-Studiengangs „Medizinalfachberufe" durch das Modul „Handrehabilitation" entscheiden - Zusatzkosten (direkt zahlbar an die AfH Bad Münder) entstehen; nähere Informationen erhalten Sie unter www.handakademie.de.

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