Hoodies statt Plakate: Design als Ansage für veganen Aktivismus
Bad Sooden-Allendorf, 28.03.2025
Im März präsentierten Studierende aus den Studiengängen Kommunikationsdesign und dem Master Design & Leadership ihre kreativen Entwürfe im Rahmen eines eindrucksvollen Design-Pitches für den ANTI EAT MEAT CLUB.
Es war ein Abend voller Energie und Ideen mit insgesamt 18 Präsentationen von mehr als 35 Studierenden, die im 5-Minuten-Takt den ganzen Call begeisterten. „Wir waren überwältigt von dem Feuerwerk an Ideen – für uns als Team und Community war es das erste Mal, alle Beiträge in dieser Intensität zu erleben“, beschreibt Prof. Dr. Andreas Lanig den Abend.
Mode als Statement – der ANTI EAT MEAT CLUB
Der ANTI EAT MEAT CLUB, ein veganes Textillabel, versteht Mode explizit als Plattform für gesellschaftlichen Wandel. Lena Zielke, Geschäftsführerin des Labels, betont: „Wir machen mit unserer Unisex-Kleidung auf die Vielfalt der Geschlechter aufmerksam, aber in den Designs behandeln wir das Kernthema Veganismus.“ Ihr Mitgeschäftsführer Steffen Krummel ergänzt: „Unsere Kleidung ist nicht nur Mode, sondern ein Statement für Diversität, Tierrechte und reflektierten Konsum.“
Genau diese Haltung macht das Label zu einem idealen Partner für den Fachbereich Kommunikationsdesign, der in seiner Lehre explizit auf das Konzept des Social Designs setzt. Daniel Meier beschreibt dies als zentrales Element der Studienausrichtung: „Social Design bedeutet für uns, Gestaltung nicht nur ästhetisch zu verstehen, sondern gesellschaftlich wirksam einzusetzen. Im Studium ermutigen wir die Studierenden, durch ihre kreativen Prozesse aktiv Verantwortung für Mensch, Natur und unseren Planeten zu übernehmen.“
Motivation im Fernstudium – Warum ethisches Design begeistert
Die Studierenden beschrieben, wie sehr sie von dem ethischen Ansatz des Projekts motiviert wurden. Nadia erklärte es so: „Gerade Tierrechte sind mein Thema Nummer eins. Es war unglaublich motivierend, an einem Projekt teilzunehmen, das genau meinen persönlichen Werten entspricht.“ Sarah ergänzte: „Wir hatten sehr viel Spaß, uns tiefgehend mit dem Thema zu befassen. Wir fanden es fast schade, dass das Projekt schon vorbei ist, weil es so inspirierend und bereichernd war.“ Marina betonte ebenfalls die inspirierende Wirkung: „Ich habe mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und viele Ideen entwickelt. Es war eine großartige Gelegenheit, meine Kreativität für einen wichtigen Zweck einzusetzen.“

Vanessa, Lara und Anne präsentierten einen Beitrag, der die Verbindung von Mode und Nachhaltigkeit verdeutlicht: „Unsere Designs sind mehr als Mode. Sie sind ein Statement. Sie verbinden Ästhetik und Funktionalität mit einer klaren Botschaft für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt. Design und Education gehen bei uns Hand in Hand.“
Cindy, Caecilia und Maria berührten mit ihrer emotionalen Präsentation, in der sie eine außergewöhnliche Perspektive auf das Thema Tierrechte einnahmen. Die Gruppe stellte bewusst Tiere in den Mittelpunkt, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft vernachlässigt oder nicht als Freunde anerkannt werden - zum Beispiel Haie, denen in manchen Kulturen noch immer auf grausame Weise die Flossen abgeschnitten werden, oder Wildtiere wie Tiger, die illegal gejagt und gehandelt werden.
Mit ihrem Motto „See Friends, Not Food“ machten sie deutlich, dass jedes Lebewesen Respekt und Schutz verdient. Ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Thema veranschaulichten sie mit zahlreichen detailreichen Skizzen, die nicht nur künstlerisch beeindruckten, sondern auch eine tiefgehende soziale Botschaft transportierten. Ihre Motivation brachten sie auf den Punkt: „Dieses Projekt war für uns eine Herzensangelegenheit, an der wir neben unseren anderen Studienaufgaben mit Begeisterung gearbeitet haben“.
André und Laura aus dem zweiten Semester brachten mit ihrem frischen Ansatz den gesamten Call zum Nachdenken: Sie präsentierten drei verschiedene Konzepte, darunter das Thema Korallenbleiche, das sie in kräftigen Orange- und Rosatönen illustrierten. Mit dem humorvollen Slogan „You think I'm getting gray?“ gelang es ihnen, ein ernstes Umweltthema leicht zugänglich und dennoch eindringlich darzustellen. Ein weiterer Entwurf setzte sich kritisch mit der Langleinenfischerei auseinander. Sie gaben ihrem Design den provokanten Titel „The Walk of Shame“. Ihre Präsentation unterstrich ihr Verständnis von Design als Medium der Gesellschaftskritik: „Wir wollten ein Motiv entwerfen, das direkt zum Nachdenken anregt. Unser Ziel war es, Design als aktive Botschaft und nicht nur als dekoratives Element einzusetzen“.
Design bewegt: Warum dieser Abend alle zu Gewinner:innen machte
Die Resonanz der Studierenden und Kund:innen war eindeutig: Design hat die Kraft, gesellschaftlichen Wandel aktiv mitzugestalten. Nadia, eine Teilnehmerin, fasste die Stimmung des Abends zusammen: „Ich fand es super cool, an so einem Pitch teilnehmen zu können.“ Geschäftsführer Steffen Krummel bestätigte dies im abschließenden Feedback mit den Worten: „Jede und jeder ist ein Gewinner, weil allein schon die Auseinandersetzung mit diesen wichtigen Themen ein Gewinn ist.“

„Unser Design soll die Nähe und Geborgenheit zeigen, die Kühe verdienen und oft nicht erfahren dürfen.“ (Christina, Sarah und Sarah )

Mit visuellem Feingefühl lenken André und Laura die Aufmerksamkeit auf die ernste Problematik der Korallenbleiche.

Cindy, Cecilia und Maria machen Tiere sichtbar, die oft vergessen, aber gegessen werden: ‚Wir wollten zeigen, dass auch Tiere, die uns fern sind, Respekt und Schutz verdienen.‘

Laura , Corina und Julia thematisieren mit ihrem Design „Insects make veggies possible“ die essenzielle Rolle von Insekten für unser Ökosystem und unsere Ernährung.